Sehen Sie hier Präsentationsvideos der LB Institute und LB Cluster.
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Eine hochkarätige Leistungschau und spannende Interviews mit ForscherInnen waren Highlights im Semper Depot, wo die Ludwig Boltzmann Gesellschaft am 21. Oktober ihren 50. Geburtstag feierte.
Es war eine neue Form der Präsentation: 24 Ludwig Boltzmann Institute und Cluster stellten am 21. Oktober 2010 ihre Forschungsarbeit in Kurzvorträgen vor. Die 400 Gäste aus der Science Community erhielten Kopfhörer und konnten sich nach ihrer Wahl in einen der jeweils vier simultan laufenden Vorträge einschalten. Alles wurde aufgezeichnet und später auf Monitoren wiederholt, so dass Versäumtes nachgeholt werden konnte.
Um die tollen Leistungen der Institute und Cluster in ein besonderes Licht zu setzen, verzichtete man auf das übliche Szenario einer Leistungsschau in Form von Kojen. Es sollte kein „Messe“-Charakter herrschen, sondern spannende Inhalte in konzentrierter Form vermittelt werden. Auf diese Weise wurde deutlich, wie stark die LBG aufgestellt ist in Richtung medizinisch-klinischer Forschung, Translational Research und auch den Humanities.
So traten in den vier sehr atmosphärisch inszenierten Cornern RepräsentantInnen der LB-Institute und LB-Cluster an und erklärten interessierten Zuhörern ihre Arbeit. Pro Corner gab es sechs Präsentationen nacheinander, jeweils vier fanden gleichzeitig statt. Durch diese Straffung gelang es, das Publikum in Konzentration und Spannung zu halten. Danach wechselte das Setting von den Cornern in die Mitte, wo Moderator Robert Buchacher LBG-ForscherInnen zu vier Themen, die einen zentralen Stellenwert in der LBG haben, interviewte.
„Medizinische und gesundheitliche Herausforderungen der Zukunft“ war Titel der ersten Runde, in der etwa Wolfgang Dür (LBI Health Promotion Research) über Mechanismen der Arbeitswelt sprach, die krank machen können. Andrea Olschewski (LBI Lungengefäßforschung) erklärte, warum der häufig erst spät diagnosizierte Lungenhochdruck so gefährlich ist, und Peter Valent (Cluster Oncology) berichtete über die wissenschaftlichen Fortschritte bei der Früherkennung von Krebserkrankungen.
Ein Fokus der LBG liegt im Bereich „Translational Research“, was auch Thema der zweiten Runde war. Ein gutes Beispiel für Forschung, die rasch in die Anwendung übergeführt werden kann, ist das LBI Osteologie, dessen Leiter Klaus Klaushofer über medikamentöse Behandlungsmethoden für Knochen sprach. Heinz Redl (LBI Experimentelle und Klinische Traumatologie) erläuterte sein Forschungsthema Geweberegeneration. Wolfgang Wayand (LBI Operative Laparaskopie), ein Pionier der minimalinvasiven Chirurgie in Österreich, erzählte vom Schmerzkonzept, das sein Team entwickelt hat, um postoperative Beschwerden zu vermindern.
Die Runde „Humanities quer denken“ brachte gut zum Ausdruck, dass die LBG auch in diesem Bereich erfolgreich ist durch vergleichsweise große Forschungsinstitute. Ein gutes Beispiel dafür bot Michael Doneus (LBI Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie). Das neue LBI hatte erst kürzlich große internationale Resonanz durch den Fund kreisförmig angeordneter Palisaden nahe bei Stonehenge. Tobias Heinrich (LBI Geschichte und Theorie der Biographie) sprach über die Methodik, Biographien zu erstellen am Beispiel des aktuellen Projektes zu Hugo von Hofmannsthal.
Über „Zivilcourage und Forschung“ konnte Claudia Wild (LBI Health Technology Assessment) viel Auskunft geben, die in kritischer Weise medizinische Interventionen wissenschaftlich hinterfragt. Stefan Karner (Cluster Geschichte) berichtete von den Großveranstaltungen zur Bewußtmachung von schwierigen historischen Problemfeldern, wie dem „Prager Frühling“ 1968. Manfred Nowak (LBI Menschenrechte) erzählte vom Bedrohungspotenzial, dem sein Institut durch mutige Darstellung von menschenrechtswidrigen Fakten ständig ausgesetzt ist.
Die große Leistung der LBG als außeruniversitäre Forschungsorganisation betonte nach dem Interview-Block auch Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, in ihrer Ansprache. Das Schlußwort hatte Christian Konrad, Präsident der LBG. Er warnte vor den Folgen, gerade an Wissenschaft und Bildung einzusparen und versprach, auch in ökonomisch schwierigen Zeiten keinesfalls innerhalb der LBG auf Grundlagenforschung zu verzichten.